Culture Club

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neuester Beitrag:  26.04.18 22:30
eröffnet am: 22.09.12 21:13 von: Fillorkill Anzahl Beiträge: 26212
neuester Beitrag: 26.04.18 22:30 von: Zanoni1 Leser gesamt: 1238028
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22.09.12 21:13 #1 Culture Club
Diskussion des kulturellen Überbaus zwischen Zanoni und mir. Andere Interessierte dürfen sich anschliessen...



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contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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26186 Postings ausgeblendet.
26.04.18 19:23 #26188 puta

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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters
26.04.18 19:25 #26189 Seltsame These
Seh ich umgekehrt. Sie springen auf Bach oder gotische Kathedralen an, WEIL sie religiös sind. Heutzutage häufig ohne es zu ahnen - dann sind sie, von sich selbst, mal wieder überrascht..  
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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters
26.04.18 19:38 #26190 und: musica da terra

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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters
26.04.18 19:40 #26191 in meiner Welt
Klar,  viele haben bei Religion und Bach & Kathedralen eine Schnittmenge.
Für mich kulturell interessant, kann auch ohne Religion.
In der Gesamtbetrachtung ist aber die Religion einzubeziehen
https://youtu.be/6wMMcCkRAsk

 
26.04.18 20:02 #26192 kann auch ohne Religion
Sicher ?

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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters

Angehängte Grafik:
feuerb3.jpg
feuerb3.jpg
26.04.18 20:06 #26193 Ich hab wohl doch eine sakrale Ader
- denn, was immer mich zweifeln lässt, hier finde ich Frieden:
(Im Sinne Wolframs: Ist zwîvel herzen nâchgebûr, daz muoz der sêle werden sûr.)

 
26.04.18 20:14 #26194 Am Anfang war nichts

und ich

Ich sprach, "Es werde Licht". Und es war Licht.

Nach 360 Millionen Jahren.Bin ich eine Singularität?

Religion ist der Glaube von menschenhand in eine feste Form gegossen.

Insofern passt das Zitat von Ludwig Feuerbach.


 
26.04.18 21:23 #26195 Am Anfang war
Es ist ja so, Hope: Wenn Gott nicht von aussen kommt und dir also nicht als Entität vorausgesetzt ist, sondern von innen, weil er nichts als dein idealisiertes Selbst spiegelt, ist das 'Abwählen' alles andere als ein Zuckerschlecken. Um Gott effektiv loszuwerden, müsste man Teile des eigenen Selbst bzw Selbstideals abklemmen oder stilllegen. Im Resultat einer solchen Rebellion sieht man dann auch häufiger Psychopathen und Soziopathen denn 'freie' Menschen. Denk mal an die Filme des katholischen Atheisten Bunuel.

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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters
26.04.18 21:27 #26196 #193 Lino
mal ein Kompliment, für die Sachen, die Du hier so reinstellst. Sakrale Musik ist nun eines der musikalischen Felder, auf denen ich selber nun so gut wie gar nicht bewandert bin, finde Deine Sachen aber dennoch, oder sicher auch vielmehr gerade deswegen, sehr inspirierend.

Wobei mir dann aber auch Deine besondere Auswahl offenbar besonders gefällt. Habe da letzens bei yt in diesem Genre mal ein bisschen auf den blauen Dunst herumgestöbert, und dabei könnte ich mit Vielem dann doch eher weniger anfangen. Vieles scheint dann klanglich dann vielleicht einfach  zu sehr im jeweilgen Jahrhundert verhaftet zu sein.  
26.04.18 21:37 #26197 #195 Ist es das wirklich?
...ich denke, wenn man Gott (oder genauer gesagt das Göttliche) als eine Art schöpferische Qualität begreift, die einem selber sowie auch allem anderen in irgendeiner Weise innewohnt, so erübrigt sich das Abwählen doch letztlich.
Es gäbe dann keine exklusive Entität, die man ablehnen oder annehmen müsste oder auch könnte.

Was als religiöse Ehrerbietung dann nur noch möglich wäre, ist die symbolische Verneigung vor sich selbst und jedem Anderen, bzw. vor jener göttlichen Qualität, die in allem vorhanden ist (oder zumindest schlummert), ohne dies dabei jedoch mit irgendwelche weiteren Ansprüche oder besonderen Vorstellungen zu verbinden.

 
26.04.18 21:39 #26198 p.s.
*irgendwelchen weiteren Ansprüchen  
26.04.18 21:46 #26199 Ein paar ganz andere und durchaus erfrische.
Gedanken zur Religion findet man übrigens bei Peter Sloterdijk, der der Existenz von Religion als solchen ganz und gar bezweifelt und sie vielmehr für missverstandene Übungssysteme hält.

So erklärt er in einem Interview zu sein Buch "Du musst Deine Leben ändern" im Fokus z.B.:

"Meine These lautet in der Tat, dass es keine Religion gibt, sondern nur missverstandene Übungssysteme. Ich finde den Begriff Religion falsch und schädlich. Auch steckt in ihm ein Teil des europäischen Kulturimperialismus. Die Inder wussten nicht einmal, dass sie Hinduisten sind, bevor sie durch europäische „Religionswissenschaftler“ darüber aufgeklärt wurden, die Chinesen können bis auf den heutigen Tag mit dem Begriff Religion nichts anfangen, auch im Altgriechischen haben wir kein Wort für Religion, im Hebräischen ebensowenig. Meine Polemik gegen den Religionsbegriff ist teilweise historisch, teilweise systematisch begründet."
https://www.focus.de/kultur/medien/tid-14096/...-gott_aid_388870.html

 
26.04.18 21:50 #26200 übrigens m.E. ein sehr lesenswertes Buch
aus wiki:

Du mußt dein Leben ändern (Untertitel: Über Anthropotechnik) ist der Titel eines 2009 erschienenen Essays des deutschen Philosophen Peter Sloterdijk. Der Titel bezieht sich auf Rilkes Sonett Archaïscher Torso Apollos, das mit diesem Satz schließt. Die zentrale Überlegung ist, dass der Mensch als ein lebenslang Übender, sich im Üben selbst erschafft.

loterdijk wählte den letzten Satz des Sonetts aus, um seinen Text über den metanoischen[1] Imperativ den Titel zu geben. „Du musst Dein Leben ändern“ ist für ihn die Zusammenfassung Verdichtung und Eindampfung aller religiösen Lehren, Übungsanleitungen und Trainings die den Menschen auf seine „vertikalen Spannungen“ hinweisen und ihn erinnern sich seiner Möglichkeiten bewusst zu werden, über sich hinauszuwachsen und letztlich „mit einem Gott“ zu trainieren. So könne die vertikale Leistungsspannung als Ausdruck eines inhärenten Willens im Individuum zur Selbstoptimierung führen. Inhärent ist diese aber nur bei jenen Individuen, die sich in ihren jeweiligen Disziplinen als Pioniere oder Rekordhalter platzieren können. Unter „Vertikalspannungen“ können also alle Anstrengungen und damit Anspannungen von Menschen verstanden werden, die einer nach oben gerichteten, also vertikalen, Richtung nachzukommen versuchen. Möglich würde dies, durch die Freisetzung von Wachstumsimpulsen die, die eigenen Entwicklungstendenzen aufkommen ließen. Erst durch die „Vertikalspannungen“ gerieten Menschen unter das Diktat des Anspruchs, der sie dazu aufruft, sich zu vervollkommnen, der sie zu Höchstleistungen anspornt, der sie zum Üben brächte. Die „Vertikalspannung“ steht im Gegensatz zu einer etwaigen horizontalen Entspannung, die etwa im Sinne einer pandemischen Trivialisierung, des Behagens in der Kultur unterwegs ist. Die vermeintliche Rückkehr der Religion nach der Postmoderne wird von Sloterdijk dahingehend analysiert, dass Religion schon immer ein Teil einer „allgemeinen Disziplinik“ gewesen sei, dass es eigentlich keine Religion gebe, sondern dass „spirituelle Übungssysteme“ Religion genannt worden seien.[2] Diese Behauptung, die nicht religionskritisch verstanden werden will, ist eine der Hauptaussagen des Buches. Das Aufkommen religiöser Praktiken analysiert Sloterdijk als das Bedürfnis nach einem Austritt aus den „Vereinigten Staaten der Gewöhnlichkeit“ und dem Bedürfnis nach einer Unterscheidung von dem, was in der Welt ist.[3] Religionen bzw. religiöse Systeme sind nach Sloterdijk „Übungssysteme“ die eine ihnen eigene Zuständigkeit für „Vertikalspannung“ aufweisen.

In seinem bei Suhrkamp veröffentlichten Essay „Du mußt dein Leben ändern“ entwickelt Sloterdijk ein anthropologisches Modell des Menschen als Übender. Unter Übung versteht Sloterdijk „jede Operation, durch welche die Qualifikation des Handelnden zur nächsten Ausführung der gleichen Operation erhalten oder verbessert wird, sei sie als Übung deklariert oder nicht.“[4] Die „immunitäre Verfassung des Menschenwesens“ meint, dass der Mensch bestrebt ist, sich zu perfektionieren, und zwar biologisch, sozio-kulturell (juristisch, militärisch, politisch) und symbolisch (Religion, Kunst).[4] Das Werk ist auch ein weiteres Plädoyer für diese anerkannte stete Arbeit des Menschen an sich selbst – zur Verbesserung des Individuums wie der Welt.

Das Essay besteht hauptsächlich aus der Darstellung und Analyse von Übungsformen in der Geistesgeschichte der letzten 2000 Jahre in verschiedenen Kulturen mit besonderer Beachtung von orientalischen Meditations- und Askesepraktiken, was dadurch gerechtfertigt ist, dass „Übung“ eine Übersetzung von griechisch ἄσκησις (áskēsis vom altgriechischen Verb ἀσκεῖν (askeín – „üben“, „sich befleißigen“)) ins Deutsche ist.

Dabei sucht Sloterdijk seinen Text kaleidoskopisch über die verschiedensten Protagonisten darzulegen, er führt den Leser in seine „Anthropotechnik“ über Rilkes Sonett, Unthans-Krüppel-Geschicklichkeitsentwicklung, zur Geschichte der olympischen Spiele, Lafayette Ronald Hubbards Scientology, über die Jakobsleiter, zur Wandlung des Saulus zum Paulus unter der beständigen kontrapunktischen Verflechtung mit Einlassungen von Friedrich Nietzsche.

In den wichtigsten Feuilletons wird der Essay inhaltlich gelobt; er richte „das eigene systematische Denken wieder vermehrt auf das Individuum aus“ (FAZ)[5] und verweigere sich „wertkonservativer Propaganda oder linksromantischen Regressionen“ (SZ)

https://de.wikipedia.org/wiki/Du_mu%C3%9Ft_dein_Leben_%C3%A4ndern  
26.04.18 21:57 #26201 Begeistert sich ebenfalls für sakrale Musik


(..und Synthwave)  
26.04.18 21:59 #26202 Seine Nachbarn hoffentlich auch...
(John Maus adhs-rambling his flat...:)

 
26.04.18 22:00 #26203 Over Phantom
26.04.18 22:01 #26204 die kurve zum synthwave* kriegt er immer .
* Fake-80'er
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the old world is dying, and the new world struggles to be born; now is the time of monsters
26.04.18 22:01 #26205 find out
26.04.18 22:02 #26206 ...immer
26.04.18 22:05 #26207 Das neue Maus-Album
ist außerdem auch einfach zu gut, um es hier nicht zu posten. :-)  
26.04.18 22:06 #26208 Decide Decide
26.04.18 22:08 #26209 ..und dann auch nochmal mein Maus-Favorite
26.04.18 22:13 #26210 Und den Bonus: Juans Basement


(...in der zweiten Hälfte ein längeres Interview, in dem es dann btw. auch um Religion geht)  
26.04.18 22:29 #26211 p.s. nicht fake
...sondern retro
Das ist etwas anderes (ein durchaus eklektischer noch dazu)

;-)  
26.04.18 22:30 #26212 ich würde ihn sogar fast schon
zeitlos nennen wollen XD
 
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