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Kolumnist: Max Otte

Wohlstand trotz Rentenlücke




11.10.18 16:03
Max Otte

Wie Sie jetzt den Grundstein für Ihr Auskommen im Alter legen


von Prof. Dr. Max Otte


Das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung steht vor einer großen Herausforderung: die Demographie. Zu wenige Kinder – und damit zu wenige künftige Beitragszahler – stehen zu vielen Rentnern in spe gegenüber. Zudem wachsen die Zeiträume, in denen die Menschen in Deutschland Rente beziehen. Die gesetzliche Rente kann diesem Ungleichgewicht kaum mehr etwas entgegensetzen, weshalb es für uns Sparer und Anleger immer mehr darauf ankommt, schon jetzt an die private Altersvorsorge zu denken. Doch wie sollten wir hier vorgehen?


Private Rentenversicherungen: Minusgeschäft für Kunden


Eine Einmalauszahlung des angesparten Kapitals ist bei privaten Rentenversicherungen nicht möglich; der Kunde muss schon sehr, sehr alt werden, damit sich für ihn ein Rentenvertrag auszahlt. Statistisch gesehen beträgt die Lebenserwartung in Deutschland für Frauen 88,1 Jahre und für Männer 83,6 Jahre.


Legt man diese Zahlen zugrunde und berechnet die monatliche Rente einer privaten Rentenversicherung, dann erhält ein 35-jähriger Mann, der monatlich 100 Euro in eine Versicherung einzahlt, mit 67 Jahren eine garantierte Rente von 225 Euro. Tatsächlich bekommt er aber nur 170 Euro, denn die Versicherer kalkulieren nicht mit den Daten des statistischen Bundesamtes, sondern mit eigenen Sterbetafeln. Diese gibt die Deutsche Aktuarvereinigung heraus, die berufsständische Vertretung der Versicherungs- und Finanzmathematiker.


Die Versicherungsmathematiker addieren zur durchschnittlichen Lebenserwartung einfach rund zehn Jahre hinzu: Ein Mann wird demnach 93,7 Jahre alt und eine Frau 97,8 Jahre.Das ist optimistisch, doch gut für das Geschäft: Wer länger lebt, erhält aus dem angesparten Kapital auch eine niedrigere Rente – bis zu 30% kleiner fällt sie somit aus.


Mit dieser Taktik schützen sich die Versicherer vor Verlusten, falls die Kunden doch einmal älter werden sollten als der Durchschnitt.Der wahrscheinlichere Fall ist jedoch, dass die Kunden weitaus früher als kalkuliert das Zeitliche segnen. Dann sparen die Versicherer viele Rentenzahlungen.


Warum „Umdeckung“ die gängige Praxis ist


Eine private Rentenversicherung lohnt sich zudem nur, wenn der Kunde von Beginn bis Renteneintritt regelmäßig seine Beiträge zahlt. Aussetzer durch Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Jobwechsel wirken sich stets negativ aus.


Im Durchschnitt kündigen Kunden ihre private Rentenversicherung nach sieben Jahren: Insgesamt liegt die Abbruchquote von Rentenverträgen vor Vertragsende bei 80%. Der Kunde bekommt im Falle einer vorzeitigen Kündigung weniger Geld zurück als er eingezahlt hat. Die hohen Abschlusskosten machen in den ersten Jahren eine Ersparnis unmöglich und verhindern eine Kapitalvermehrung.





Erst nach 13 Jahren ist der Rückkaufswert – also das Geld, das bei einer Kündigung zurückerstattet wird – höher als die eingezahlten Beiträge. Zusätzlich verlangen die Versicherer Stornoabschläge, die den Rückkaufswert weiter mindern. Mancher Kunde bekommt so überhaupt kein Geld zurück. Im Schnitt verliert er mit einer Kündigung gar ein Drittel seines eingezahlten Geldes.


Doch die Versicherer freuen sich über vorzeitige Kündigungen


Nach durchschnittlich fünf Jahren sind die Abschlusskosten beglichen, der Versicherer braucht keine Zinsen zu zahlen und macht so Stornogewinne. Für Versicherer sind daher sechs Kunden lukrativer, die je fünf Jahre lang einen Vertrag haben und diesen dann kündigen, als ein einzelner Kunde, der 30 Jahre lang in einen Vertrag einzahlt.


„Umdeckung“ ist eine Strategie der Versicherer: Der Vertreter drängt den Kunden dazu, seinen „schlechten“ alten Vertrag zu kündigen, und verkauft ihm einen neuen, „besseren“ Vertrag. Sechs Millionen neue Rentenverträge pro Jahr können nur abgeschlossen werden, wenn viele Kunden ihre alten Verträge kündigen. Die Versicherer verdienen an den hohen Abschlusskosten der Neuverträge – rund 8 Milliarden Euro jährlich. Die vorzeitige Kündigung einer privaten Rentenversicherung lohnt sich daher in keinem Fall: Horrende finanzielle Verluste sind sicher.


Kunden im Kostensumpf


In einer privaten Rentenversicherung schafft es der Kunde mit seinen Beiträgen kaum, eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Kein Gesetz, keine Aufsicht gibt den Versicherern Kostengrenzen vor. Sie legen diese willkürlich fest. Durchschnittlich etwa 10% der eingezahlten Summe gehen an die private Rentenversicherung. Bei Riester-Verträgen sind es gar 20%. So belaufen sich Provisionen, Abschluss- und Verwaltungskosten eines 30-Jahres-Vertrages mit 100 Euro Monatsbeitrag leicht auf 10.000 Euro. Da die Kosten zu Beginn des Vertrages getilgt werden, zahlt der Kunde also zehn Jahre umsonst ein und verzichtet auf Zinsen.


Die Riester-Rente hat versagt und fördert die Altersarmut


Für sie gilt der Garantiezins auf den Sparanteil von 1,75%. „Riestern“ lohnt sich demnach nur, wenn der Sparanteil die erwartete Rendite erzielt. Statt 7,8% erwirtschaftete z.B. der Marktführer von Riester-Renten, Union Investment, in den letzten zehn Jahren nur 3% Rendite. Nach dem Börsencrash 2008 schichteten die Versicherer die Aktieneinlagen von Riester-Renten in sichere, aber niedrig verzinste Anlagen um. Der Sparer erhält damit, wenn überhaupt, lediglich seine eingezahlten Beiträge am Ende wieder zurück.


17 Milliarden Euro Steuergelder hat der Staat bis dato schon in die Riester-Förderung gesteckt. Die Versicherer versprechen im Gegenzug bis zu 26.000 Euro staatliche Förderung für Riester-Produkte. Faktisch ist die Förderung der Riester-Rente jedoch eher klein: Die Kinderzulage erhalten beispielsweise nur Sparer, die auch Kindergeld beziehen. Alleinstehende ohne Kinder bekommen nur 154 Euro Riester-Förderung im Jahr.


Außerdem werden nicht alle Riester-Verträge vom Staat gefördert: Nur rund 9 von aktuell 16 Millionen Riester-Verträgen erhalten eine Zulage – und nur 60% von diesen, also nur 5,4 Millionen Kunden, die volle Unterstützung. Bei Durchschnittsverdienern liegt sie bei 20% pro Vertrag – 80% zahlen die Kunden aus eigener Tasche.





Bislang förderte der Staat die Riester-Rente mit 17 Milliarden Euro – doch fließen diese zumeist in Vertreterprovisionen und Verwaltungskosten, die bei der Riester-Rente mit 20% doppelt so hoch sind wie bei anderen privaten Rentenversicherungen.


Aktien sind die Basis Ihrer Vermögenssicherung


Verlassen Sie sich also weder auf die staatliche Rentenversicherung noch auf Produkte der Versicherungsindustrie. Auch letztere werden mit ihren hohen Kosten und ihrem geringen Garantiezins die kleine staatliche Rente nicht merklich aufbessern.


Denken Sie vor allem über Alternativen und zusätzliche „Säulen“ Ihrer Altersvorsorge nach. Ein Portfolio mit starken Dividendentiteln wird Ihnen bereits jetzt, aber vor allem auch im Alter ein passives Einkommen bescheren – zusätzlich zu weiteren Kurssteigerungen. Mit zunehmender Haltedauer steigt auch Ihre Dividendenrendite.





Hätten Sie beispielsweise im Jahr 2009 Aktien des Seniorenheimbetreibers Ryman Healthcare im Wert von 10.000 Euro gekauft, könnten Sie sich in diesem Jahr über eine Ausschüttung in Höhe von 1.636 Euro freuen – ein Einkommen, dass Ihnen ganz automatisch zufließt. Kumuliert hätten Sie in den vergangenen 10 Jahren mehr als 9.800 Euro eingenommen, ohne eine einzige Aktie des neuseeländischen Unternehmens verkaufen zu müssen.





Ryman Healthcare haben wir vor ein paar Wochen in unserem Börsenbrief Der Privatinvestor DividendenKönige vorgestellt und empfohlen. Das neuseeländische Unternehmen profitiert von einem ausgezeichneten Marktumfeld. Der Bedarf an Pflegedienstleistungen ist ein starker Wachstumsmarkt. Die Bevölkerungspyramide steht fast überall auf der Erde auf dem Kopf. Statistiken zufolge soll sich die Zahl der 75-jährigen in Neuseeland in den nächsten 15 bis 20 Jahren verdoppeln.


Mit derzeit 32 betriebenen Wohnparks und weiteren 16 in der Bauphase ist Ryman Healthcare auf dem Markt Neuseeland/Australien der mit Abstand größte Anbieter. Der exzellente Ruf, den die Wohnparks und Pflegedienstleistungen genießen, führt dazu, dass neue Residenzen oft schon lange vor Fertigstellung nahezu voll ausgebucht sind. Dank seiner Größe und Wettbewerbsposition sind die Skaleneffekte immens.


Auf gute Investments,


Ihr


Max Otte


P.S.: In Der Privatinvestor DividendenKönige zeigen wir Ihnen 10x pro Jahr die besten Dividenden-Aktien! Schauen Sie einmal hier vorbei…



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